Ich höre oft Leute sagen: „Ich kann mich nicht gut ausdrücken.“ Auch ich bekomme häufig persönliche Beratungsanfragen dazu. Selbst mir geht es oft so: „Ich kann das überhaupt nicht in Worte fassen, es ist so schwierig.“ Tatsächlich denke ich das jeden Tag.
Für diejenigen unter uns, die das Gefühl haben, dass „Verbalisierung schwerfällt und nicht gut klappt“, gibt es etwas, das wir bedenken sollten. Es ist die Idee, dass das Gefühl, „die Verbalisierung klappt nicht gut“, ein wesentliches Element zur Verbesserung der eigenen Verbalisierungsfähigkeiten ist.
Das Gefühl, dass die Verbalisierung nicht gut klappt, bedeutet, dass du „eine Diskrepanz zwischen dem, was du wirklich ausdrücken willst, und den Worten, die dir einfallen, spürst.“ Du hast vielleicht etwa 70 % ausgedrückt, aber nicht vollständig erfasst, was du wirklich sagen willst. Du spürst diese Art von Unbehagen.
Diese „Antenne zur Wahrnehmung der Lücke“ ist sehr wichtig, um die Verbalisierungsfähigkeiten zu verbessern. Denn wenn du diese Lücke nicht spüren kannst, wirst du nicht in der Lage sein, deine Worte fein auf das abzustimmen, was du „ursprünglich ausdrücken willst“.
In einem früheren Note-Artikel mit dem Titel „Was Menschen, die gut im Verbalisieren sind, ganz natürlich tun“ habe ich geschrieben, dass Menschen, die gut im Verbalisieren sind, gründlich beobachten. Weil sie durch Beobachtung kleine Unterschiede erkennen, verbessern sich ihre Verbalisierungsfähigkeiten, während sie versuchen, diese Unterschiede auszudrücken.
Menschen, die das Gefühl haben „Ich kann mich nicht gut ausdrücken“, befinden sich in einem Zustand, in dem „ihre Verbalisierungsfähigkeiten noch nicht mit ihren Beobachtungsfähigkeiten Schritt gehalten haben.“ Das ist eigentlich eine wunderbare Sache. Ohne Beobachtung gibt es keine Verbalisierung. Die Tatsache, dass du dich nicht gut ausdrücken kannst, bedeutet nichts anderes, als dass du auf der Grundlage hoher Beobachtungsfähigkeiten „Raum für Wachstum“ hast.
Der Mensch ist, im Guten wie im Schlechten, ein von der Sprache abhängiges Wesen. Wir segmentieren und erkennen die Welt durch Worte. Daher ist es sehr wichtig, die Welt genau zu beobachten und die Worte zu finden, um sie auszudrücken. Denn das erhöht die Auflösung unserer Wahrnehmung der Welt.
Wenn du dich nicht gut ausdrücken kannst, fühlst du dich unwohl. Das bedeutet aber auch, dass du die Möglichkeit spürst, die Welt besser kennenzulernen. Wenn du es so betrachtest, fühlst du dich vielleicht etwas positiver.
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