Im KI-Zeitalter ist das Erstellen von Bildern zwar bequem, aber Details zu verfeinern, Optionen zu vergleichen oder ein einzelnes Bild iterativ weiterzuentwickeln, erfordert oft ein mühsames Hin und Her. Dieser Artikel zeigt dir die Möglichkeiten der „Infinite Canvas" und wie aus einer kleinen Idee ein komplettes Set an Assets entstehen kann.
Vor ein paar Tagen habe ich den Beitrag "🎬 Lass deine Assets nicht verstauben! Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für deine eigene ‚Viral Video Creative Production Line'" veröffentlicht – darin erkläre ich, wie du gespeicherte Videos in fertige Clips verwandelst.
https://x.com/Lonely__MH/status/2102716023463911749
Wenn man schon Videos erstellen kann, was ist dann mit den passenden Produktbildern, Verpackungen und Werbeplakaten? Müssen wir dafür wieder zurück in den Chat und alles einzeln generieren?
Ganz ehrlich: Ohne professionellen Design-Hintergrund nervt mich bei der KI-Bildgenerierung vor allem eines – Details ändern. Bei jeder Neugenerierung verändert sich nämlich oft genau das, womit ich eigentlich schon zufrieden war.
Kürzlich habe ich die „Infinite Canvas" ausprobiert. Eigentlich wollte ich sie nur kurz testen, aber je länger ich damit gearbeitet habe, desto mehr sprudelten die Ideen. Aus einem einzigen Poster wurde am Ende ein komplettes Brand-Identity-Set – und nebenbei sogar noch ein 15-sekündiger Werbespot.
01 | Erst mal die Ergebnisse ansehen
Das Ganze war gar nicht geplant. Hier sind die Resultate 👇🏻


Das Projekt dreht sich um eine fiktive Marke für ein Granatapfel-Sprudelgetränk namens „Sui Ren Shi He" (Harvest Time Harmony).
Aus einem winzigen Einfall wurde nach und nach etwas Vollständiges.
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02 | Was kann die Infinite Canvas?
Tippe im Doubao Work Chat einfach /Create Canvas ein, um eine neue Leinwand zu starten. Wie du sie öffnest und welche Tools drinstecken, siehst du in dieser Demo 👇🏻
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Dieses Upgrade für kreatives Design umfasst nicht nur die Infinite Canvas, sondern auch editierbare Designs und Seedream 5.0 Flash.
Der Design Agent hilft dir dabei, zuerst einen Plan zu machen und dann Bilder, Videos und ganze Materialsets zu generieren.
Wenn du in der Infinite Canvas ein Bild auswählst, erscheint eine Werkzeugleiste. Das können die einzelnen Funktionen:
- Reference Generation: Nutzt dieses Bild als Referenz, um weitere Bilder zu generieren.
- Edit: Markiere den Bereich, der angepasst werden soll, und beschreibe die gewünschte Änderung.
- Layer Splitting: Zerlegt das Bild in einzelne Elemente, damit du Position und Größe anpassen kannst.
- Cutout: Schneidet das Hauptmotiv frei.
- Erase: Entfernt störende Objekte aus dem Bild.
- Outpainting: Erweitert den Hintergrund über das Originalbild hinaus – für mehr Raum und Luft im Motiv.
- Enhance Clarity: Verbessert die Schärfe des Bildes.
Am unteren Rand der Leinwand findest du Tools zum Hochladen von Materialien sowie zur Bild- und Videogenerierung und zum Markieren. Wenn du ein ganzes Designset oder ein Video erstellen möchtest, kannst du auch „Creative Design" oder „Creative Video" direkt aus dem Chat auf der linken Seite aufrufen.
Referenzbilder und verschiedene Versionen liegen alle auf derselben Leinwand – so kannst du sie ganz einfach nebeneinander vergleichen. Wähle die beste Variante als Referenz für den nächsten Schritt; falls etwas nicht passt, nimmst du einfach das konkrete Bild und arbeitest direkt daran weiter.
03 | Zuerst ein Bild generieren
Öffne „Creative Canvas" im Doubao Work Client. Hast du ein Referenzbild, lade es hoch. Falls nicht, gib einen Prompt ein oder sag Doubao einfach, was du erstellen möchtest.
Meine Inspiration kam diesmal von diesem Granatapfel-Poster 👇🏻

Als ich das Bild sah, dachte ich mir spontan: Der Name steht ja schon. Wie würde wohl ein herbstliches Granatapfel-Sprudelgetränk namens „Sui Ren Shi He" aussehen? Probieren wir's aus.
Wähle das Poster aus und klicke auf „Reference Generation". Du brauchst keinen ellenlangen Prompt – sag einfach, was du vorhast, zum Beispiel:
1Nimm dieses Bild als Referenz und erstelle mir ein Produktposter für ein Granatapfel-Sprudelgetränk.

Für diesen Durchlauf kam das neu hinzugefügte Seedream 5.0 Flash zum Einsatz. Es generiert extrem schnell – perfekt, um mehrere Richtungen auszuprobieren und zu schauen, welcher Vibe es wert ist, weiterverfolgt zu werden.
💡 Nutze Flash, um Inspiration zu finden und Richtungen zu testen. Sobald du weißt, wo es hingehen soll, wechsle zu Pro fürs Feintuning. Verliere dich am Anfang nicht in jedem kleinen Detail.
04 | Danach ein komplettes Marken-Materialset erstellen
Das Produktbild stand – und da kam mir eine neue Idee: Warum nicht gleich Verpackung und Werbematerialien mitgestalten?
Ich habe also die Funktion „Creative Design" geöffnet, das Produktbild eingefügt und darum gebeten, ein einheitliches visuelles System für die Marke zu entwerfen.
Zuerst gab es einen Plan. Nach meiner Bestätigung entstand ein Brand Showcase Board. Anschließend ließ ich basierend auf dem Plan die passenden Bilder generieren – heraus kamen Geschenkboxen, Tote Bags, Social-Media-Grafiken und Display-Aufbauten.
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Danach bat ich um ein Set an Werbeplakaten. Dabei stieß ich allerdings auf ein Problem: Bei einigen Bildern stimmte das Produkt nicht mit dem ursprünglichen Design überein.
Innerhalb desselben Sets darf natürlich nicht jedes Bild ein anderes Produkt zeigen.
Also nahm ich die problematischen Bilder als Referenz, wies auf die Unterschiede hin und legte das korrekte Bild dazu, damit die Anpassung weitergehen konnte.
🔥 Original und neue Versionen liegen beide auf der Leinwand – Abweichungen fallen so beim direkten Vergleich sofort auf. Beim Ändern reicht es, einfach auf das Bild zu verweisen, ohne alles noch einmal erklären zu müssen.

05 | Das Produkt in Bewegung bringen
Verpackung und Poster waren fertig, da kam mir der nächste Gedanke: Wenn es dasselbe Produkt ist, könnte ich aus dem Designset doch auch einen Werbespot machen, oder?
Also rief ich „Creative Video" auf, lud die Produktbilder hoch und bat um einen 15-sekündigen E-Commerce-Spot.
Zuerst wurden die Einstellungen geplant, dann der finale Clip generiert. Die zuvor ausgewählten Produktbilder dienten dabei als Referenz für das Video – kein Start bei null nötig.
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Allerdings war der chinesische Text im fertigen Clip etwas unscharf, und einige Details brauchten noch den letzten Schliff. Vor einer echten Veröffentlichung solltest du also unbedingt noch einmal genau hinschauen.
06 | Auch gute Bilder lassen sich noch verbessern
Bisher habe ich hauptsächlich auf Basis bestehender Bilder weitergeneriert und angepasst. Wenn du mit einem Bild eigentlich schon zufrieden bist und nur Kleinigkeiten ändern willst, sind Layer Splitting und Outpainting Gold wert.
Layer Splitting zerlegt die Elemente im Bild, damit du sie einzeln anpassen kannst. Wenn du den Inhalt behalten, aber nur den Titel verschieben oder das Hauptmotiv größer bzw. kleiner machen willst, probier das mal aus. Welche Teile sich anpassen lassen, hängt vom Ergebnis der Aufteilung ab. Hier die Demo 👇🏻
Outpainting verschafft deinem Motiv mehr Raum. Du brauchst Platz für Text oder möchtest das Seitenverhältnis ändern? Dann lass den Hintergrund einfach nach außen erweitern. Ich habe diesmal ein quadratisches Produktbild ins Hochformat erweitert.
Das fühlt sich an, als würdest du die Kamera ein Stück zurückziehen – plötzlich wird sichtbar, was vorher außerhalb des Rahmens lag. Und genau daraus entstehen oft die besten neuen Ideen.
Was tun, wenn dir beim vielen Generieren von Bildern/Videos die Credits ausgehen? Bei Doubao gibt es separate „Creation Credit Packs", mit denen du dein Kontingent für Bild- und Videogenerierungen auffüllen kannst. Diese Credits unterliegen keinen rollierenden Nutzungslimits. Wenn du dich voll auf ein Materialpaket konzentrieren oder mehr Varianten testen willst, nimmt dir das die Sorge um die Credits. Einfach flexibel ausgeben 😄

07 | FAQ
F: Kann ich das nutzen, auch ohne Design-Erfahrung oder Prompt-Kenntnisse?
Ja. Nimm einfach ein Bild als Referenz und sag „Hilf mir, ein Poster zu erstellen" oder „Mach mir ein Werbevideo" – schon geht's los. Füge Anforderungen hinzu, schau dir die Ergebnisse an und chatte weiter. Du musst vorher keine spezielle Prompt-Syntax lernen.
F: Kann ich meine eigenen Produktfotos, Logos und Materialien verwenden?
Ja, lade deine eigenen Bilder hoch und nutze sie als Referenz, um darauf aufzubauen. Wenn du bereits Produkte hast, starte mit deren Bildern und weise die KI an, Markennamen, Logos etc. beizubehalten.
F: Kann ich zu früheren Bildern zurückkehren, wenn mir eine Änderung nicht gefällt?
Die Originalbilder bleiben bei der Reference Generation und während der Bearbeitung per Chat erhalten. Gefällt dir ein neues Ergebnis nicht, wählst du einfach das Originalbild aus und machst dort weiter. Die Leinwand bietet zudem Funktionen zum Rückgängigmachen und Wiederherstellen.
F: Wie halte ich den Stil innerhalb eines Bildsets konsistent?
Behalte ein gelungenes Bild als Referenz und arbeite damit weiter. Wenn der Stil abweicht, nimm das korrekte Material als Referenz und weise gezielt auf die Unterschiede hin. Referenzbilder helfen enorm bei der Stiltreue – kontrolliere das Ergebnis danach aber trotzdem immer im Gesamtbild.
F: Kann ich Text im Bild nach dem Layer Splitting direkt bearbeiten?
Das kommt auf das Ergebnis der Aufteilung an. Bleibt der Text ein Bildelement, kannst du ihn verschieben oder skalieren, aber nicht wie in einem Textfeld direkt überschreiben. Um Texte zu ändern, forderst du einfach weitere Anpassungen an und prüfst das Resultat.
08 | Fazit
Heute habe ich hauptsächlich die Infinite Canvas von Doubao Work getestet, zusammen mit „Creative Design" und „Creative Video". Ohne professionellen Design-Hintergrund bin ich einfach einen unkomplizierten Workflow durchgegangen – in der Hoffnung, euch damit ein paar Ideen zu liefern.
Für mich ist das Spannendste daran: Du musst nicht von Anfang an alles durchgeplant haben. Hab eine Idee, probier sie aus, passe an, was dir nicht gefällt – und alle bisherigen Versuche bleiben auf der Leinwand sichtbar. So entstehen viele neue Einfälle ganz von allein, Stück für Stück.
Solche Tools senken die Hürde für Kreativität wirklich enorm. Anfänger starten mit einem Satz oder einem Bild und setzen ihre Ideen im Kopf einfach um; erfahrene Designer können blitzschnell verschiedene Lösungsansätze testen und sparen sich die Energie für das Wesentliche – Beurteilung und Feinschliff.
Tools nehmen uns immer mehr Arbeit ab. Aber was wir ausdrücken wollen, was uns gefällt und was es wert ist, weiterverfolgt zu werden – das entscheiden immer noch wir selbst.
Manche Ideen blieben früher beim „Ich müsste mal …" stehen. Jetzt kannst du einfach loslegen.
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