Wenn Menschen an Gewohnheiten denken, die schlecht für das Gehirn sind, denken sie oft an:
Alkohol.
Tabak.
Schlafmangel.
Es gibt jedoch eine sehr gefährliche Angewohnheit für moderne Menschen.
Das ist die übermäßige Nutzung von Smartphones.
Smartphones sind praktisch. Man kann sie für die Arbeit, zur Kommunikation, für Recherchen und zum Anschauen von Videos nutzen. Aber wenn man sie falsch verwendet, erschöpfen sie mit Sicherheit das Gehirn.
Das Gehirn erholt sich nicht, wenn man in den Pausen aufs Handy schaut
Manche Leute sagen, dass ihr Kopf sich klarer anfühlt, nachdem sie eine digitale Entgiftung gemacht haben. Das ist eine sehr positive Veränderung.
Wenn du dein Smartphone für längere Zeit weglegst, verringert sich die Menge an Informationen, die in dein Gehirn gelangen. Infolgedessen wird dein Kopf klarer.
Es ist jedoch schwierig, plötzlich für 8 Stunden nicht aufs Handy zu schauen. Ich empfehle, damit zu beginnen, in bestimmten Situationen nicht aufs Handy zu schauen:
- Schau während des Pendelns nicht auf dein Handy.
- Schau in den Pausen nicht auf dein Handy.
- Schau 30 Minuten nach dem Aufwachen nicht auf dein Handy.
- Schau 30 Minuten vor dem Schlafengehen nicht auf dein Handy.
- Schau in der Badewanne nicht auf dein Handy.
- Schau auf der Toilette nicht auf dein Handy.
- Nimm dein Handy bei Spaziergängen nicht mit.
Besonders schlecht ist es, in den Pausen aufs Handy zu schauen. Pausenzeit ist dazu da, das Gehirn ausruhen zu lassen. Das Checken von sozialen Netzwerken, Nachrichten, Kurzvideos oder Nachrichten verhindert, dass sich das Gehirn erholt. Anstatt es auszuruhen, stopfst du noch mehr Informationen in dein Gehirn.
Direkt nach dem Aufwachen aufs Handy zu schauen, ist am schlimmsten
Viele Leute checken ihr Handy sofort nach dem Aufwachen. Das ist eine riesige Verschwendung. Das Gehirn direkt nach dem Aufwachen ist den ganzen Tag über am besten organisiert und fokussiert.
In diesem Zustand aufs Handy zu schauen, macht das Gehirn sofort durcheinander. Es ist, als würde man aufwachen und sofort eine Spielzeugkiste umkippen. Wenn man Spielzeug überall verstreut, ist es schwer aufzuräumen. Mit dem Gehirn ist es genauso. Den Tag mit einem massiven Zustrom von Informationen zu beginnen, führt zu schlechter Arbeitseffizienz, mangelnder Konzentration, Gehirnermüdung und verminderter Urteilsfähigkeit.
Handys vor dem Schlafengehen zerstören den Schlaf
Auch die Nutzung des Handys 30 Minuten vor dem Schlafengehen ist schlecht. Es regt das Gehirn durch Benachrichtigungen von sozialen Netzwerken, Videos oder beunruhigende Nachrichten an, ganz zu schweigen von den Auswirkungen des blauen Lichts. Das erschwert das Einschlafen.
Darüber hinaus wirkt sich allein die Anwesenheit eines Handys im Schlafzimmer negativ auf den Schlaf aus. Man macht sich Sorgen um Benachrichtigungen oder fühlt sich versucht, es zu checken, wenn man aufwacht. Ich empfehle, einen richtigen Wecker zu benutzen und das Handy aus dem Schlafzimmer zu verbannen.
Leerlauf erholt das Gehirn
Menschen, die ihr Handy auf der Toilette, in der Badewanne, im Zug und in den Pausen benutzen, haben keine Zeit, einfach nur vor sich hin zu dösen. Dabei ist das Tagträumen entscheidend.
Das Gehirn hat ein System namens "Default Mode Network". Dieses Netzwerk arbeitet, wenn man untätig ist. Während dieser Zeit organisiert das Gehirn Informationen, festigt Erinnerungen und fasst zusammen, was man gelernt hat.
Wenn du deine gesamte Leerlaufzeit mit der Smartphone-Nutzung füllst, verliert das Gehirn seine Organisationszeit. Dies führt zu einer schlechten Gedächtnisleistung, der Unfähigkeit, aus Arbeit oder Studium zu lernen, verminderter Konzentration und Gehirnermüdung.
Nutze Smartphones mit "Zeit" und "Zweck"
Die Nutzung eines Smartphones ist nicht grundsätzlich schlecht. YouTube schauen, Spiele spielen, KI nutzen oder recherchieren ist in Ordnung, wenn du eine Zeit und einen Zweck festlegst. Das Problem ist die unbegrenzte Nutzung – stundenlanges Scrollen durch Kurzvideos oder soziale Netzwerke ohne Ziel. Wenn du das Handy weglegen kannst, sobald deine Aufgabe erledigt ist, bist du nicht süchtig.
Benachrichtigungen auszuschalten reicht nicht
Obwohl das Ausschalten von Benachrichtigungen wichtig ist, wird es nicht sofort die Konzentration wiederherstellen, wenn dein Gehirn bereits durch langfristige Übernutzung geschädigt ist. Übermäßiger Gebrauch kann die Funktion des präfrontalen Kortex beeinträchtigen, die Selbstkontrolle schwächen und die Impulsivität erhöhen. Die Erholung kann lange dauern, wenn der Zustand schwerwiegend ist.
Smartphone-Nutzung ist besonders gefährlich für Kinder
Kinder, die über längere Zeiträume Smartphones nutzen, können die Fähigkeit zur Selbstkontrolle verlieren. Der präfrontale Kortex ist für Konzentration und emotionale Kontrolle zuständig. Wenn er nicht richtig funktioniert, können Kinder nicht stillsitzen, sich im Unterricht nicht konzentrieren und werden leicht wütend. Es kann sogar Symptome von ADHS nachahmen.
Lesen mildert die Smartphone-Schäden
Lesen gewinnt als Methode zur Milderung der negativen Auswirkungen von Smartphones an Aufmerksamkeit. Die Forschung deutet darauf hin, dass die Entwicklungsschäden durch Smartphones bei Kindern, die lesen, möglicherweise abgemildert werden. Lesen beansprucht die Sprache, erweitert den Wortschatz und fördert die Vorstellungskraft, was das Gehirn aktiviert.
Lesen ist auch für Erwachsene wirksam
Lesen baut Stress ab und entspannt das Gehirn. Abends vor dem Schlafengehen zu lesen, anstatt das Handy zu benutzen, kann die Schlafqualität verbessern. Wenn du deine Lesezeit erhöhst, verringert sich deine Smartphone-Zeit ganz natürlich.
Angst ohne Handy ist ein Zeichen von Sucht
Wenn du dich unruhig oder gereizt fühlst, wenn du dein Handy nicht dabei hast, ist das ein Zeichen von Sucht, ähnlich wie Entzugserscheinungen bei Alkoholismus.
Sich ängstlich zu fühlen, ist Teil der Heilung
Sich während einer digitalen Entgiftung ängstlich zu fühlen, ist ein natürlicher Teil der Überwindung der Sucht. Du musst nicht den ganzen Tag darauf verzichten. Beginne mit 15 Minuten, dann 30, dann eine Stunde. Schaffe Zeiten, in denen das Handy unerreichbar ist.
Überprüfe zuerst deine Bildschirmzeit
Der erste Schritt ist, die Realität zu kennen. Überprüfe deine Bildschirmzeit. Genau wie man auf die Waage steigt, um abzunehmen, kann man die Nutzung nicht reduzieren, wenn man nicht weiß, wie viel man nutzt. Zu sehen, dass man es 6 oder 8 Stunden am Tag nutzt, sollte dich motivieren, etwas zu ändern.
Sei der Meister deines Smartphones
Smartphones sind Werkzeuge. Lass dich nicht von ihnen beherrschen. Der Unterschied zwischen denen, die ihre Nutzung kontrollieren können, und denen, die es nicht können, ist lebensverändernd. Diese Werkzeuge sind so konzipiert, dass sie süchtig machen, daher musst du dich bewusst distanzieren, um dein Gehirn zu schützen.
Ich sage nicht "benutze keine" Smartphones. Ich sage "lass dich nicht von ihnen benutzen".
PS: Danke fürs Lesen. Meine Vision ist es, psychischen Erkrankungen durch Information vorzubeugen. Wenn das hilfreich war, setze bitte ein Lesezeichen und folge mir.





