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Ich habe das Schicksal aller 66 preisgekrönten japanischen Startups verfolgt

@KosukeMasui
JAPANISCH26. Sept. 2026
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TL;DR

Der Autor verfolgt die Entwicklung von 66 japanischen Startups, die seit 2015 ausgezeichnet wurden. Die Ergebnisse zeigen, dass eine staatliche Anerkennung kein Garant für das Überleben ist, da unter den ehemaligen Gewinnern erhebliche Quoten an Insolvenzen, Stagnation oder Übernahmen zu verzeichnen sind.

Am 25. September wurden die Japan Startup Awards 2026 bekannt gegeben. Der Preis des Premierministers ging an Mujin. Oishii Farm, Regional Fish, Rapyuta Robotics, Ubie, SkyDrive, Sakana AI und Oceanic Constellations erhielten Ministerpreise, während Iris und Acompany mit den Sonderpreisen der Jury ausgezeichnet wurden. Aus insgesamt 317 Bewerbungen wurden 10 Unternehmen ausgewählt. Herzlichen Glückwunsch an alle Gewinner!

Am Tag der Bekanntgabe schrieb ich: „In den vergangenen fünf Jahren hat kein einziges Unternehmen gewonnen, das nicht zuvor Kapital eingesammelt hat." Nachdem ich das veröffentlicht hatte, kam mir eine weitere Frage in den Sinn: Was passiert eigentlich mit Startups, nachdem sie von der Regierung ausgezeichnet wurden?

Also habe ich mir den Werdegang aller 66 prämierten Startups angesehen – von den ersten Japan Venture Awards im Jahr 2015 bis zur zehnten Ausgabe in diesem Jahr – und ihren Status zum Zeitpunkt der Auszeichnung mit dem heutigen verglichen. Die Analyse basiert auf öffentlich zugänglichen Informationen wie IR-Unterlagen, Pressemitteilungen, Medienberichten und amtlichen Bekanntmachungen; Stichtag ist der 25. September 2026. Großunternehmen, die gemeinsame Preise erhalten haben (wie KDDI und Yamato Holdings), sind nicht berücksichtigt.

Wo stehen die 66 Unternehmen heute?

Börsennotiert: 23 Unternehmen

Noch privat und operativ tätig: 36 Unternehmen

Übernommen oder fusioniert: 3 Unternehmen

Nach dem Börsengang wieder von der Börse genommen: 2 Unternehmen

Insolvent: 2 Unternehmen

Allerdings waren 16 der 23 börsennotierten Unternehmen bereits zum Zeitpunkt ihrer Auszeichnung an der Börse. In den frühen Ausgaben des Preises wurden viele Unternehmen nach ihrem IPO geehrt, darunter Euglena, Cyberdyne und Peptide Dreamer.

Zudem ist bei den jüngsten Gewinnern naturgemäß noch wenig Zeit vergangen, weshalb es kaum überrascht, dass viele von ihnen noch privat geführt werden. Wirklich aufschlussreich wird es erst, wenn man sich die „Unternehmen ansieht, die als Privatunternehmen gewonnen haben und seitdem einige Jahre älter geworden sind".

Die Entwicklung über 7 bis 11 Jahre: 17 private Gewinner

Von den 17 Unternehmen, die zwischen 2015 und 2019 (Ausgaben 1 bis 5) als Privatunternehmen ausgezeichnet wurden, stellt sich der aktuelle Stand wie folgt dar:

増井公祐|東大発バイオスタートアップのCEO - inline image

Börsennotiert: 5 Unternehmen (Mercari, BizReach/Visional, SORACOM, Visaask, Suraranet)

Übernommen/fusioniert: 3 Unternehmen (Coiny/STORES, Genequest, Rootrek Networks)

Insolvent: 2 Unternehmen (Spiber, Seven Dreamers Laboratories)

Noch privat & operativ tätig: 7 Unternehmen (Preferred Networks, WHILL, READYFOR, Farmnote, ZMP/ROBO-HI, Nanoegg, Armarin Kindai)

Nur 5 von 17 haben den Sprung an die Börse geschafft – rund 30 %. Ehrlich gesagt sind das weniger, als ich erwartet hätte. Selbst mit dem Ritterschlag der Regierung bleiben die Zahlen überschaubar. Auf der anderen Seite agieren 40 % auch nach fast einem Jahrzehnt weiterhin als Privatunternehmen. Der Zeithorizont von Startups ist deutlich länger, als es von außen den Anschein hat.

Unternehmen mit starkem Wachstum

Mercari und Visional sind enorm gewachsen. Mit Stand September 2026 liegt die Marktkapitalisierung von Mercari bei rund 587,1 Mrd. Yen, die von Visional bei etwa 344,3 Mrd. Yen. Mercari gewann zweimal (2016 und 2018) und ging nur vier Monate nach dem zweiten Sieg an die Börse.

Unter den privaten Unternehmen wird Preferred Networks ein Unternehmenswert von über 300 Mrd. Yen zugeschrieben. Sakana AI, der diesjährige Gewinner, gab eine Bewertung von rund 432 Mrd. Yen bei einem insgesamt eingesammelten Kapital von etwa 66 Mrd. Yen bekannt.

Wenige M&A-Deals – und die Käufer sind strategische Konzerne

Von den 66 Unternehmen wurden lediglich drei übernommen oder fusionierten. Genequest wurde eine Tochtergesellschaft von Euglena, Rootrek Networks ging in Kubota auf. SORACOM wurde vor seinem eigenen Börsengang im Jahr 2024 zu einer KDDI-Tochter. Alle Käufer waren strategisch agierende Unternehmen.

Zwei Unternehmen wurden nach ihrem IPO wieder von der Börse genommen: Userbase (2023 von Carlyle übernommen) und Rakul (2026 durch ein Management-Buyout mit Partnern aus dem Umfeld von Goldman Sachs).

Auszeichnungen und Finanzierung sind keine Garantie für die Zukunft

Der Fall Spiber regt am meisten zum Nachdenken an. Das Unternehmen gewann 2015 die erste Auszeichnung, begeisterte die Welt mit künstlicher Spinnenseide und sammelte kumuliert über 100 Mrd. Yen ein. Dennoch konnte es Schulden in Höhe von 35 Mrd. Yen nicht bedienen und ging Ende 2025 in eine außergerichtliche Restrukturierung. Der Geschäftsbetrieb läuft unter einem neuen Sponsor weiter.

Seven Dreamers Laboratories, Gewinner des Jahres 2017, musste 2019 Insolvenz anmelden, weil sich die Auslieferung seiner vollautomatischen Wäschefaltmaschine Laundroid immer wieder verzögerte.

Auch unter den börsennotierten Unternehmen fallen die Ergebnisse sehr unterschiedlich aus. Einige legten nach dem IPO kräftig zu, andere sahen ihre Aktienkurse auf die Hälfte des Ausgabepreises fallen. Anerkennung und Finanzierung sind Momentaufnahmen – ob ein Unternehmen langfristig überlebt, steht auf einem völlig anderen Blatt.

Preisträger aus Medizin und Biotech

Da ich selbst im Bereich Medizin/Biotech arbeite, habe ich mir diesen Sektor genauer angesehen. Zu den börsennotierten Gewinnern zählen Peptide Dreamer (Marktkapitalisierung ca. 139 Mrd. Yen), Cyberdyne (ca. 32,9 Mrd. Yen), Tsubota Lab (ca. 6,7 Mrd. Yen) und Chordia Therapeutics (ca. 5,3 Mrd. Yen). Unter den privaten Gewinnern finden sich CureApp, Ubie, Iris und Fast Doctor.

Von Plattformen für die Wirkstoffforschung über digitale Therapieanwendungen bis hin zu medizinischer KI: Die Geschäftsmodelle und Größenordnungen innerhalb des Gesundheitswesens könnten unterschiedlicher nicht sein. Ich hoffe, dass noch mehr Unternehmen aus diesem Bereich die nächsten 10 oder 20 Jahre überstehen.

Gewinner ohne externes Kapital

Ich habe meine anfängliche Behauptung über einen Zeitraum von zehn Jahren überprüft. Es ließ sich kein einziges Unternehmen bestätigen, das ohne externes Kapital gewonnen hätte. Seit 2022 scheinen alle Gewinner externe Gelder eingesammelt zu haben.

Das soll nicht heißen, dass Fundraising schlecht ist. Viele große japanische Unternehmen sind aus aggressiven, kapitalgetriebenen Strategien hervorgegangen. Doch die Daten zeigen: Selbst eine nationale Auszeichnung ist noch lange kein Garant für langfristigen Erfolg.

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